Wer eine Wohnung sucht, muss inzwischen nicht mehr nur darauf achten, dass der Schnitt der Wohnung stimmt und die Größe o.k. ist. Wichtiger als alles andere ist, dass der Miete stimmt. Ärgerlich bei der ganzen Geschichte ist nämlich, dass ein Mieter in Hamburg für die gleich geschnittene und von der Größe her identische Wohnung, die im Ruhrgebiet beheimatet ist, ein mehrfaches an Miete hinlegen muss.
Warum müssen Wohnungen, obwohl sie nicht in der Edelgegend der Stadt München oder Hamburg liegen, eigentlich trotzdem aufgrund der noblen Nachbarschaft so teuer sein? Und das, obwohl die eigene Wohnung sich eindeutig nicht in einer bevorzugten Wohngegend befindet und die Nachbarschaft zur City München oder Hamburg nun wirklich an der Wohnsituation und vor allem der Nachbarschaft keinen positiven Einfluss nimmt?
Wohnen kann zum Luxus werden, wenn es nicht die Wohnung ist, die schon seit zwanzig Jahren angemietet ist und von daher vom Vermieter nicht einfach hinsichtlich der Miete deutlich verteuert werden kann. Aber wehe, der Mieter ist ausgezogen. Schwups – bevor auch nur die erste Tapetenbahn von der Wand gerissen ist, um die Wohnung für den Nachmieter wieder attraktiv zu gestalten, ist die Miete für die gleiche Wohnung schon deutlich in die Höhe geschossen.
Gemein ist dabei auch, dass in teuren Wohngegenden längst nicht alle Einkommen entsprechend angepasst werden. Einige wenige, die wirklich in der Oberliga der Gehaltsempfänger sind, bestimmen hier offenbar das Mietniveau und der Rest zieht mit hinsichtlich der Mieten – das alles aber ohne Lohnerhöhung zugunsten der Wohnungsfinanzierung. Während einige Wohngegenden noch bei rund 6 Euro pro Quadratmeter liegen, kann man in anderen 15 oder sogar 20 oder mehr Euro für den Quadratmeter Wohnung Miete hinlegen.
Eine Alternative für einige auch ein Traum ist das Bauernhof mieten. Oftmals ist es im Vergleich zu anderen Mietobjekten auch günstiger, denn Bauernhöfe liegen meist ländlicher.
Manchmal erscheinen die Immobilienpreise vielleicht wirklich unverschämt. Doch sie richten sich auch nach den Einkommenverhältnissen der Region, den Beschäftigungsverhältnissen und natürlich auch nach der Nachfrage. Trotzdem kann ich auch verstehen, dass sich beispielsweise Münchner gerne aufregen, dass bei ihnen die Preise höher sind als in Berlin.
Ja, die Immobilienpreise in und um die Münchner Region sind schon sehr hoch im Vergleich zu anderen Regionen. Wer an den Miet- oder Kaufpreisen dort sparen möchte, muss schon weit hinaus auf’s Land. Ob der gesparte Preis im Verhältnis steht zum Mehraufwand an Zeit und Benzin muss dann jeder selbst für sich beantworten.
Interessant ist es auch zu beobachten, wie der Mietpreis hochschnellt, sobald ein langjähriger Mieter ausgezogen ist. Da wird ganz schnell an den Markt angepasst und meist auch nur notdürftig renoviert. So erhält der Vermieter innerhalb von kürzester Zeit das doppelte bis dreifache an Miete.