Der älteste Feigenbaum steht in einem Garten auf Sizilien, doch wenn man den Weg der Früchte zurückverfolgt, landet man in Kleinasien. Die heute türkische Povinz Aydin ist der größte Lieferant der Welt. Im Stadtzentrum steht ein Denkmal, welches die größte Einnahmequelle der Region ehrt. Für viele Menschen stellen die Feigenbäume auf ihrem Grund und Boden den Lebensunterhalt dar. Am Abend in den Kinderzimmern hört man Gesichten über den Baum der Erkenntnis, wie die von Barisch und Lydia:
Barisch und Lydia waren einander treue Spielgefährten, von den ersten Tagen ihrer Kindheit an. Sie wuchsen heran und mit ihnen die Liebe, die sie füreinander empfanden. Doch als die Zeit zum Heiraten kam, war Lydia einem anderen versprochen. Das Mädchen stritt und schrie, weinte und bettelte, doch Lydias Vater blieb hart. Eine Heirat mit Barisch aus einfachem Hause kam nicht in Frage.
Lydia hatte im Herzen nur die Liebe zu Barisch. Sie verweigerte die Hochzeit und ihr Vater sperrte sie in einen hohen Turm. So würde sie schon eines Tages ihren Sturkopf vergessen. So saß sie nun tagein tagaus und weinte bittere Tränen. An nichts anderes konnte sie denken als an den Geliebten. Ihre Tränen flossen den Turm herunter und befeuchteten die Erde um ihn herum.
Langsam fielen die Blätter von den Bäumen, dann kam der Winter und bald darauf das Frühjahr. Lydia weinte und weinte. Als der Sommer kam, erblickte man einen kleinen Baum an der Stelle, wo Lydias Tränen geflossen waren. Schon im nächsten Jahr trug der Baum Früchte, die rochen so süß und lieblich und trugen den Duft in die Ferne. Davon angelockt kam Barisch zu der Stelle und erblickte seine Lydia. Der Vater gab endlich nach und willigte in die Liebe ein. Doch er stellte eine Bedingung: Beide mussten die Früchte essen. Am Tag ihrer Hochzeit und von da an jeden Tag.
Die Jahre vergingen, und mit ihnen die Liebe, die sie füreinander empfanden. Barisch aß seine Feige jeden Tag, er konnte die Blicke von anderen Frauen nicht lassen. Lydia verlor ihre Schönheit und so lebten sie nebeneinander und hatten den Traum ihrer Jugendliebe verloren. Sie wußten nicht, dass sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wie schon zuvor Adam und Eva. Lydias Vater sah dies mit Befriedigung und er dachte: das Einzige, was den Feigen offen steht, ist die Ehe.
Der Feigenbaum wurde zum Symbol und von nun an wurde bei jeder Hochzeit ein kleiner Feigenbaum gezüchtet. So verbreitete sich – schenkt man der hellenistischen Mythologie Glauben – der Feigenbaum über das gesamte Mittelmeer.
kompliment zu dem schönen design! gefällt mir sehr gut, v. a. die rss-lösung ist sehr originell.
p.s.: sehe gerade, du wohnst ja quasi um die ecke – grüße von DAH nach DAH.
Vieles Dankeschön für die Blumen. Darf mich nur leider nicht selbst mit der Erstellung dieses Designs schmücken. Hab es nur gefunden, für schön befunden, übersetzt und angepasst.
Und natürlich auch Grüße zurück von DAH nach DAH
Eine wirlich schöne Geschichte über den Baum der Erkenntnis. Was war wann ist eine Frage, die sich oft nicht so genau beantworten lässt. Aber so ist das mit der Geschichte, wir vergessen sie oder erinnern uns nicht mehr so genau an alles. Schließlich leben wir ja im Heute und Jetzt.