Im Sinne des Tierschutzes und eines sportlichen, sauberen Wettkampfes will der Weltverband FEI auf seiner Generalversammlung kommenden Monat in Rio de Janeiro über einen hinreichenden Passus in seinem Regelwerk abstimmen. Es geht vornehmlich um Pferde, die während des Wettkampfes bluten. Künftig sollen sie unverzüglich aus dem Turnier genommen werden, damit sie keinen weiteren Schaden nehmen und sofort behandelt werden können.
Dass eine Entscheidung gefällt werden musste, stand völlig außer Zweifel. Ausgelöst wurde die Diskussion durch die Vorkommnisse bei der WM 2010 in Kentucky. Dort wurde die niederländische Dressurreiterin Adelinde Cornelissen vom Wettkampf ausgeschlossen, weil ihr Pferd Parzival aus dem Maul blutete. Die Europameisterin hatte damals gute Chancen auf den Titel gehabt, doch an der Entscheidung der Wettkampfleitung gab es nichts zu rütteln. Seitdem wurde heftig darüber diskutiert, ob für ein Pferd, das während eines Wettkampfes anfängt zu bluten, der Wettkampf generell vorbei sein müsste. Die Gegenpartei merkte an, dass eine solche Regelung ja auch nicht für menschliche Athleten gelten würde, doch diese können die Entscheidung über einen Wettkampfabbruch ja auch jederzeit selbst fällen.
Bis heute gibt es noch keine Regel, die den sofortigen Ausschluss eines blutenden Pferdes gebietet. Normalerweise ist es einfach so, dass diese Entscheidung allein dem jeweiligen Tierarzt obliegt, dessen Ermessensspielraum diesbezüglich quasi unbegrenzt ist. Das wird wohl auch nach der neuen Regelung so bleiben, doch bestimmte Richtlinien sollten, damit in Zukunft darüber nicht mehr gestritten werden muss, klar durch das Regelwerk vorgegeben sein. Nach dem WM-Aus von Adelinde Cornelissen hatte eine Gruppe von Reitern, Funktionären und Turnierchefs ein sofortiges Aus gefordert, falls am Körper des Tieres Blut zu sehen ist. Ein blutendes Pferd soll demnach, genau wie ein lahmendes Tier, gar nicht erst am Wettkampf eilnehmen dürfen.
Seit einiger Zeit werden auch Stimmen in der Rennsportszene laut, die nach einem verschärften Tierschutz-Reglement verlangen. Die Reiter und Besitzer achten in den meisten Fällen zwar besonders auf ihre Tiere, doch hin und wieder lässt sich beobachten, dass die Pferde regelrecht geschunden werden und es bleibt natürlich nicht aus, dass sich auch mal eines der Tiere während eines Rennens verletzt. Selbstverständlich behandeln die meisten Ställe ihre Rennpferde sehr gut und gehen besonders pfleglich mit den wertvollen, kraftvollen Tieren um, doch die Wettkämpfe sind hart und in Quakenbrück trieb zum Beispiel vor einiger Zeit ein Jockey sein Pferd viel zu schnell in einen See hinein und besiegelte so das Schicksal des Wallachs. Da Preisgelder und Wetten Pferderennsport maßgeblich mitgestalten, werden selbstverständlich Höchstleistungen gefordert. Dennoch dürfe man die körperliche Unversehrtheit des Tieres nicht dem finanziellen Aspekt unterordnen.
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